Auf dem Weg in eine neue Epoche

Hexenwahn, Haarflechten und das Verhältnis der Geschlechter

Typischer Männerhaarschnitt
mit kahlrasierten Seiten
und Nacken

Frisuren als Zeichen einer neuen Lebenslust

Nach der großen Pestepidemie des 14. Jhs. macht sich eine neue Lebenslust bemerkbar, die sich auch in der Frisurenmode niederschlägt. An die Stelle des aus Kinnbinde und steifem Stirnband bestehenden „Gebende“ tritt in der Mitte gescheiteltes Haar, das hochgesteckt und zu Zöpfen geflochten, entweder vom Hinter- oder Vorderkopf ausgehend kreisförmig um den Kopf gelegt wird.

 

Um die Ohren
geführte Flechten

Alternativ führen zu Flechten gebundene Haare auch in großen Schlaufen um die Ohren. Im 15. Jh. entziehen verheiratete Frauen ihr Haar unter Hauben den Blicken Fremder. Dies unterstreicht die Abhängigkeit der Frau vom Ehemann. Um der Verbrennung als Hexe zu entgehen, sind Rothaarige mit allen Mitteln darum bemüht, ihre Haarfarbe zu verdecken. Paste aus gesalzenen roten Schnecken gilt als letzter Strohhalm.

Die Köpfe der Männer ziert halblanges, möglichst gewelltes Haar, bis im 15. Jh. kahlrasierte Nacken und Seiten in Mode kommen.

 

Bild links: Colmar, Museum Linden,
Foto: O.Zimmermann, Colmar

Bild rechts: Staatl. Museen Preuß. Kulturbesitz,
Foto: Jörg P. Anders, Berlin

Copyrights Motive: „Die Frisur” von Schwarzkopf